Klassik Open Air

Konzertsaal unter freiem Himmel

RENKUS HEINZ - CE3T

Sound aus Gelsenkirchen
für die Wiener Festwochen
"Ein Fest für drei Sträuße"- so lautete das Motto der diesjährigen
Eröffnungsveranstaltung der Wiener Festwochen auf dem Rathausplatz
in Wien. Das "Klassik Open-Air" mit den Wiener Symphonikern ist eine
Hommage an Johann Strauß Sohn (150. Todestag), Johann Strauß Vater
(100. Todestag) und Richard Strauß (50. Todestag). Die Gelsenkirchener
"Sound Company" sorgte bei den Wiener Festwochen für den Ton.


Production Partner
Das Anliegen des Wiener Sounddesigners Ing. Adolf P. Toegel war es, den etwa 35.000 Besuchern auf dem Rathausplatz in Wien eine möglichst naturgetreue Übertragung der Symphoniker zu bieten, sie aber gleichzeitig mit Hilfe einer Art Surround-Beschallung in ein Konzerthaus zu entführen. Um dieses Konzept zu verwirklichen, wurde von der deutschen Beschallungsfirma das CoEntrant-System von Renkus-Heinz eingesetzt.

Für die Umsetzung des Sounddesigns waren Frank Benning und Thorsten Fischer von der Sound Company verantwortlich. Sie wählten als Hauptbeschallungsanlage in den PA-Wings links und rechts jeweils drei CE-3TMH und drei CE-3TLOWals komplett geflogenes Triamped-Longthrow-System.In der Bühnenmitte wurde ein Center-Cluster installiert, der aus zwei CE-3TMH und zwei CE-3TLOW bestand. In den Bühnenbogen wurden neben dem Center-Cluster noch weitere zwölf CE-3T-Combis gehängt, um den Nahbereich des Platzes abzudecken und eine Delta-Stereophonie zu ermöglichen. Den Tieftonbereichergänzten zwölf C-2-Subbässe unter der Bühne. Als Frontfill waren sechs SR-1A in die Bühnenvorderkante eingelassen. Die Sidefills für die äußeren Platzbereiche standen in den PA-Wings seitlich der Vidi-Wall. Alle Systeme wurden einzeln über die Matrix und Auxwege der XL200-FOH-Konsole angefahren.

Zusätzlich zur Hauptbeschallung kamen noch zwei Delay-Lines zum Einsatz; für das Monitoring auf der Bühne standen sechs MR-5-A-Wedges zur Verfügung.


Raumsimulation im
Open-Air-Einsatz

Einen besonderen Stellenwert im Beschallungskonzept hatte das Lexicon LARES (Lexicon Acoustic Reinforcement and Enhancement System), das eine komplette Raumsimulation auf dem Platz und auf der Bühne ermöglichte. Das LARES wurde bei der Veranstaltung eigentlich zweckentfremdet, da es nicht darum ging, einen vorhandenen Raum akustisch zu optimieren, sondern einen Konzertsaal in der Open-Air-Situation zu simulieren. Übertragen wurde LARES über acht im Bühnendach geflogene TRC-121 und sechzehn auf dem Platz positionierte SR-121D samt acht LR-1 A-Subwoofern. Als Speisemikrofone kamen zwei Schoeps-Modelle zum Einsatz, die im Bühnendach als Überhänger geflogen wurden. Am FOH-Platz liefen alle Signale des Orchesters auf zwei Midas-XL3-Pulten zusammen. Das Orchester wurde für die Fernsehübertragung hauptsächlich mit Schoeps-Mikrofonen abgenommen, die auch gleichzeitig für die Live-Beschallung genutzt wurden. Als Master-Konsole wurde ein Midas XL200/44 eingesetzt.

Dieses Pult war mit den beiden XL3, auf denen ein Pre-Mix des Orchesters erstellt wurde, über die Group-Busse vernetzt. Neben dem zehnkanaligen Pre-Mix lagen auf dem XL200 noch die Solo-Mikrofone, diverse Wireless-Anlagen, die Fernseh- und Videozuspielungen sowie verschiedene Effekt-Returns auf. Zwölf Kanäle belegte schließlich das LARES-System, wodurch eine getrennte Regelung der Effektanteile auf der PA, der Bühne und dem Platz realisiert werden konnte.

Alle Lautsprechersysteme wurden über die Matrix , die Aux-Wege und die Direct-Outs des XL200 gespeist. Durch diese Signaltrennung bei der Lautsprecheransteuerung ergab sich die Möglichkeit, das vierkanalige Effektsignal des LARES räumlich getrennt auf beliebige Cluster zu routen. Neben den drei Midas-Pulten kamen Lexicon-Effekte, DBX-Kompressoren für die Stimmen, BSS-VariCurves für die PA und die Delay-Lines sowie Grafik-EQs von Klark Teknik für die Matrix-Ausgänge zum Einsatz. Mit insgesamt 116 prozessorüberwachten Lautsprechersystemen und 70 Leistungsverstärkern mit einer Gesamtleistung von 118.000 Watt wurde in Wien ein Beschallungskonzept umgesetzt, das dem Anspruch eines Konzertsaales unter freiem Himmel gerecht wird.

 

.